Corfu Golf Club, Griechenland

(*Warnung-eigenfinanziert) Das verborgene Geheimnis, das auch mir verborgen blieb. So weit können Selbstdarstellung des Corfu Golf Club und Realität auseinander liegen. Ein Golfplatz den man nicht spielen möchte.

Das beste am Corfu Golf Club ist seine Webseite.

Planung der Corfu Reise – Corfu Golf Club

Als ich entschied, dass ich mit EasyJet für 3 Tage noch Corfu fliege, habe ich natürlich auch direkt gecheckt, ob es da einen Golfplatz gibt.

Mittlerweile informiere ich die Golfclubs, bevor ich sie besuche um ihnen eine Chance zu geben mit mir eine Kooperation zu vereinbaren. Da sie wissen, dass ich sowieso komme und über sie schreibe, macht es unter Umständen Sinn höflich zu kommunizieren.

Ein Unterschied zwischen „höflich“ und „hinterlistig“

Ich will es mal nett ausdrücken, die Kommunikation im Vorfeld der Reise war unehrlich. Es gibt ja Golfclubs die ein richtig gutes Marketing haben, wirklich busy sind und für die das Thema Influencer Marketing keine Bedeutung hat. Alles gut, da vereinbare ich eine Teetime, spiele meine Runde, mache meine Fotos und schreibe darüber. So mache ich das immer. Aber beim Corfu Golfclub war irgendwie alles anders. Man zeigte sich an einer Kooperation interessiert, fragte nach wie viele Leser ich habe. Ich lieferte die Daten und wies noch darauf hin, dass meine Artikel nicht gelöscht werden, sondern permanent in der Region „Griechenland“ auf dem Blog verbleiben. Darauf kam sehr zügig eine Antwort zurück die ich hier ausnahmsweise auszugsweise veröffentliche.

„Dear Mrs. Wezel,

thank you for your quick response and sending all these information.

It will be our pleasure having you here and play our course. As most of our guests say, it is one of the best hidden secrets of Europe, and the first golf course made in Greece.

Additionally, we are in the unpleasant position to inform you, that we can’t offer something complimentary for writing an article, since many our players own travel agencies or have business in the golf industry promote / advertise us without giving them anything back. Only the experience of our course and hospitality are enough for them to do it.

Looking forward to having you here and for any further information or assist, we are always at your disposal.“

Wow, best hidden secret and first golfclub in Greece

Na das machte mich ja nun neugierig, diesen, wie ich erwartete, tollen Platz zu spielen. Aber ich habe mich gewundert warum man zunächst Interesse suggeriert, mehr Informationen nachfragt um dann einen verbalen Fratzenklatsch zu erteilen. Nun wollte ich es wissen. Meist habe ich dann auch so eine Vorahnung was kommt. Aber hier lag ich sowas von daneben. Ich habe erwartet, dass der Platz richtig abliefert und was kann.

Teetime und Leihschläger reserviert

Zum ersten Mal reiste ich ohne Golfgepäck und wollte mir Schläger leihen. Der Golfclub hat auch einige Sets zum Ausleihen, denn wer nimmt schon nach Corfu seine Schläger mit? Ich fuhr direkt am nächsten Tag zum Golfplatz, per Email war eine Teetime für 8:00 Uhr reserviert.

Ist das hier wirklich die Einfahrt?

Mir kam auf dem Weg, den mir Google Maps wies um den Golfclub zu finden, schon so der Gedanke ‚und da soll ein Golfplatz kommen?‘

Schild zum Corfu Golf Club
Hinweisschlid Corfu Golfclub

Aber ich hatte ja auch in Vietnam ein tolles Erlebnis, nachdem wir abgebogen waren und sich ein Tor zum Paradies öffnete. Also fuhr ich guter Stimmung und voller Erwartung weiter, bis ich hierher kam.

Clubhaus Corfu Golf Club
Parkplatz und Blick auf das Clubhaus des Corfu Golf Club

Very busy, aber wo sind se denn?

Ich kam als zweites Auto am Morgen an, aber der zweite Wagen hatte nichts mit dem Golfclub zu tun. Ich stieg aus, ging zum Clubhaus, es war kurz vor 8 Uhr, es war geschlossen.

Ich ging auf eine Entdeckungsrunde an den Buggy’s vorbei hinter das Clubhaus, in der Erwartung einen blick auf das „best hidden secret“ zu erhaschen.

Buggy Flotte, nur nicht flott und gar nicht einladend

Golfbuggys
Buggyflotte

Die Buggy’s hatten noch 4 Räder, waren aber extrem ungepflegt und alt. Scheiben hatten die wenigsten.

Aber der Brüller und erste Schock, der mich nun früh am Morgen von meiner Vision einen wunderschönen Golfplatz vorzufinden verabschieden ließ, war das FEET OFF Schild im Buggy.

Buggy
Welcome and feet off our buggy

In einem vergammelten Buggy war ein aus Aluminium gesägtes Schild angebracht, welches den Fahrer des Buggy davon abhalten soll die Füße da abzustellen. Das Schild war zackig gesägt und man könnte sich daran wirklich verletzen.

Mir hat an dieser Stelle nur noch der Stacheldraht auf dem Sitz gefehlt. Ab da hab ich mich nicht mehr so willkommen gefühlt. Ich schlich mich nun ums Clubhaus, denn wer weiß was um die Ecke war. Dorf fand ich ebenso vergammelte Trolley, die eigentlich längst hätten entsorgt werden müssen.

alte Trolleys
okay, wer spielt noch damit? Einrad-Pushtrolley, macht Muskeln

Ein charmantes Clubhaus in griechischen Stil

Da ich ja immer versuche schöne Fotos zu bekommen, habe ich mal das Clubhaus fotografiert, von hinten!

Clubhaus
Hinter dem Clubhaus

Ich habe auf dem Instagram Profil des Corfu Golf Club ein Foto gefunden, das zeigt wie der Blick von der Terrasse einmal war. Vergleiche doch mal!

Vorher bzw irgendwann mal

Blick von hinterm Clubhaus
Es sah ja mal gepflegt aus

Jetzt im Sommer 2018

Putting Green jetzt
Nicht mehr als Putting Green zu erkennen

Also daran kann man nun schon sehen, dass das wohl einmal eine gepflegte Anlage war, aber leider nicht mehr ist.

Ich kam zurück zum ‚Parkplatz‘ auf welchem mittlerweile ein amerikanisches Paar parkte und auf die Öffnung des Clubhaus wartete. Die beiden waren echt nett und machten für 3 Monate Urlaub auf Corfu. Auf meine Frage wie der Golfplatz ist antwortete die Dame mit einem Grinsen und überließ ihrem Mann das Wort. Er sagte: „Ok, let me say it is challenging sometimes because of the course conditions. It seems that they don’t really care. But it’s better than not to golf.“

Das reichte mir schon für den Tag. In diesem Moment kam die Clubsekretärin, es war kurz nach 8. Sie öffnete das Clubhaus und ihre Anmeldung. Die paar Artikel des Proshops direkt daneben.

Ich schaute mich nur noch zögerlich um während die Amerikaner ihre Leihschläger bekamen und sich zu Tee 1 begaben. Die Mitarbeitern war sehr nett, ich stellte mich vor und fragte ob ich in 2 Tagen kommen kann, da würde ich noch einen Freund mitbringen zum Spielen.

Sie sagte: „ok, jederzeit“ und blätterte ein paar Blätter um. Ich konnte es nicht glauben, aber sie führte die Teetimes mit Kuli auf Papier, hatte nicht einmal einen Computer.

Ich fuhr erst mal ein wenig geschockt weg, denn ich hatte keine Lust alleine zu spielen, denn ich würde ja in 2 Tagen mit einem Golffreund wieder kommen. Zweimal muss ich hier nicht spielen. Trotzdem wollte ich den tollen Golfplatz sehen.

2 Tage später…

…kam ich mit meinem Golffreund zum Golfclub. Er schaut mich an, als wir auf dem Parkplatz ankommen und sagt: „Heilige Scheiße, willst du mich verarschen?“ Ich antwortete: „Nein, wir müssen das Geheimnis entdecken, ich habe extra auf dich gewartet. Ich brauche doch noch Fotos für meinen Blog. Bitte spiel mit!“ Noch nie musste ich diesen Golffreund bitten zu spielen. Wir einigten uns dann auf 9 Löcher.

Check In erledigt, Schläger ausgeliehen, Buggy gepackt und los ging es. Ich nehme euch jetzt mit auf die Entdeckungsreise (Suche des verborgenen Schatzes).

Driving Range
Driving Range

Auf dem Weg zum 1. Abschlag die Driving Range entdeckt. Keine Ahnung wo es die Bälle gibt.

Schild an der 1
Abschlag 1 gefunden

Hmmm….. ok, es ist eine Beschilderung vorhanden, zumindest am Abschlag.

Es blutete mir wirklich das Golferherz, denn wir spürten, dass das bestimmt einmal ein schöner Golfplatz war. Zumindest stellte ich es mir so vor, aber der Platz war ungepflegt und vergammelt.

Die Fairways erinnerten an von Ziegen abgefressene Grasflächen auf denen Blumen blühen. Es waren keine Fairways erkennbar, nicht wirklich ein Übergang zum Rough und teilweise suchte man die Teeboxen.

Wassergraben ist trocken
Wassergraben ist ausgetrocknet und zugewuchert

Der Wassergraben ausgetrocknet und zugewachsen, so schade.

Kein Wasser mehr da.

Ugly Bunker
Hässlicher Bunker

Über die Farbe und Qualität des Sandes im Bunker kann man sich streiten, aber nicht über den Pflegezustand der Bunkerkanten.

Ungepflegte Bunker
Ungepflegte Bunker, Blumen wachsen schon hinein

Die Blumen sind bereits verblüht und man kann sie als Pusteblumen einsetzen. Wie viele Wochen sind die denn schon gewachsen?

Leider nicht schön!

Leider kein Einzelfall.

Also es tut mir wirklich leid liebe Leser, aber ich konnte keine schönen Motive finden.

Naja, vielleicht wirkt es aus dem Schatten mit einer anderen Perspektive besser ?!

Mein Fazit zum Corfu Golf Club

Wir haben das best hidden secret leider nicht gefunden.

Also mir tut es wirklich in der Seele weh wenn ich sowas sehe. Der Golfplatz ist ganz sicher mit Pflege so gut in die Reihe zu kriegen, dass es da wirklich Spaß macht zu spielen. Auch wenn es kein weltklasse Platz ist, aber es könnte eine charmante Anlage sein, die man auf der Insel gerne besucht.

Mittlerweile glaube ich auch, dass man versucht hat mich im Vorfeld davon abzuhalten hier zu spielen und einen Beitrag darüber zu schreiben.

Es waren so wenige Spieler da, dass sich das auch überhaupt nicht rechnen kann. Ich hab mal den Pächter meiner Pension gefragt, ob er was weiß was da los ist und er hat mir die Zusammenhänge erklärt. Die Person, die jetzt sozusagen der Inhaber des Clubs ist, lässt alles vergammeln. Da hängt die Präsidentenfamilie mit drin, die auch einmal im Besitz eines Hotels des Hilton Brands war und da die Konzession verloren, weil sie sich nicht dementsprechend an Vereinbarungen hielten. Alles eine sehr bedauernswerte Sache für den Golfplatz.

Nie wieder werde ich diese Anlage besuchen!

Nicht empfehlenswert!!

 

*Liebe Golffreunde,
auch wenn ich kein Geld für diesen Artikel oder die Nennung oder Verlinkung der darin vorkommenden Golfclubs, Personen oder Organisationen bekommen habe, muss ich mit dieser blöden Anmerkung die Rechtslage erfüllen. Es könnte euch ja beeinflussen 😉 

 

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